SURFING

Frauenstein, Schlangenbad, Bärstadt, Hausen vor der Höhe, Obergladbach, Niedergladbach, Dickschied, Hilgenroth, Nauroth, Hilgenroth, Dickschied, Niedergladbach, Obergladbach, Hausen vor der Höhe, Bärstadt, Schlangenbad, Frauenstein

Super! Es regnet mal wieder. Aber es ist ja schon ewig her, dass wir durch den Rheingau gefahren sind. Regen, Siechtum, Regen, Lustlosigkeit, Regen, Arbeit, Regen und nochmals Regen haben uns davon abgehalten. Naja. Und heute sind wir dann raus und was soll ich sagen?! Es hat geregnet! Wir haben aber keine Regenreifen. Naja. Diesmal sind wir aus der Hofeinfahrt nach links gefahren. Die Frau hat “nach rechts” gesagt, da sind wir nach links gefahren. Hihihi.

Und es war irgendwie so lustlos wie das Wetter. Wir fuhren nach Bärstadt. Die Straßen waren leer wie mein Kopf. Und dann überquert man die Wisperstraße und fährt hinauf nach Dickschied. Und es regnete. Es ist so deprimierend uninspirierend.
Man kann sich ja noch nicht mal mit einem Yes-Torty in einem Zelt einschließen. Man könnte schon, aber man macht es halt nicht. Viel zu anstrengend. Was hat man früher alles in Kauf genommen, was hat man sich gequält, nasse Hosenbeine, nasse Haare, alles nass, Schlafsack nass, Zelt nass. Trotzdem war es irgendwie gut, weil es kein Morgen gab. Keine Konsequenzen, keinen Wunsch, kein Denken nach etwas, das besser wäre. Es war ja auch gut, wie es war. Oder es war unausweichlich, alternativlos. Heute denkt man oft, man hat es geschafft. Man ist raus aus dem Elend. Das konnte man nur ertragen, weil man jung war. Machen wir uns was vor? Wenn man nicht mehr trampt, passiert auch nichts. Wenn man nicht mehr liegen bleibt, muss man auch nicht auf die Rettung warten.  Aber nur die Rettung ist der Prinz auf dem Pony.
Heute fährt man dran vorbei, an den Eventualitäten und man erlebt nichts mehr. Sagt man könne das auch nicht mehr, man sei ja jetzt nicht mehr in dem Alter, man sei ja jetzt erfolgreich und habe somit erfolgreich der Unwägbarkeit den Rücken gekehrt. Man schaut sich die Nebelbänke im Fernsehen an oder twittert von früher.

Eines Tages werden wir uns ein altes Wohnmobil kaufen oder einen VW Bus. Nichts Neues, nichts Perfektes. Es muss ein Bett haben und man muss sich Kaffee kochen können und waschen wäre toll und naja, aber nichts Fertiges. Und dann drehen wir die Uhr ein bisschen zurück. Und wenn wir dann mit klammen Fingern das Feuer am Gaskocher anfummeln und uns aus den, vom Seedunst feuchten Decken am Morgen schälen, dann erinnern wir uns hoffentlich wieder daran, was all dies mal zu bedeuten hat und was dies alles jetzt wieder bedeuten könnte und dass wir wieder runterfahren, nicht jünger werden, aber wieder zurückfahren, runter zu den Niederungen des Lebens, des Erlebens und wie das Leben eigentlich so ist.

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_Baenkchen-bei-Heidenrod-wisperrocks

 

pfauenhaus-wisperrocks

sommerberg-wisperrockssommerberg-schafe-wisperrocks-01sommerberg-schafe-wisperrocks-02Zuhause waren dann die Schafe da. Irgendwann legen wir unsere Kissen und Decken dorthin und dann wohnen wir da. Bis der Winter kommt.

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