St. Pierre Cardin – Mink de Niderviller

Immerhin: Nachdem wir zwischendrin mal dieses Luxusding uns gedingst haben, irgendwo anzuhalten und Kaffee zu kochen (und zwar nicht mit der Bauschaummaschine, es tut mir schrecklich leid), da bin ich kurzerhand in die falsche Richtung abgebogen, aber die Frau hat es gemerkt. Und dann wir sind in einen Waldweg gefahren und wollten wenden. Und weil ich nicht da wieder rückwärts rausfahren wollte, da bin ich auf so eine Waldlichtung gefahren, die ehrlich, ich schwör’s, völlig harmlos aussah, aber dann (Hallo Selma, hallo Anya, hallo Konrad, hallo David) gruben sich die Vorderräder sofort in den weichen Waldboden ein und wir steckten fest.

Ausnahmsweise kackte ich mir da mal kurz fast in die Buchse. Ich malte mir schon aus, wie ich Bernd Ringsdorf von der Der Bernd Ringsdorf Fernuniversität anrufen und winselnd drum bäte, uns Proviant und Wasser zu bringen, damit wir da in dem Wald warten können, bis der Sommer angebrochen und der Waldboden getrocknet ist. Ich bin mir (noch) nicht sicher, ob der das gemacht hätte und/oder uns schallend ausgelacht hätte. Naja. Nun habe ich aber alle Dokus gesehen, die es im deutschen Fernsehen und auf Netflix gibt, in denen Menschen, meistens leider Männer, mit Autos im Schlamm stecken bleiben und sich da wieder “rausgeschaukelt” haben. Und das haben wir dann auch gemacht. Das Herz schlug allerdings bis zum Hals, denn diese Männer lagen zum Teil auch schwitzend und von Bären angenagt unter ihren (zudem noch geländetauglichen) Kraftfahrzeugen und schaufelt riesige Gräben, um das Vehikel wieder da raus bugsieren zu können. Zum Teil sind sie auch an Ort und Stelle erfroren, von ortsansässigen Kannibalen verspeist oder von anderweitigem Gewürm zerfressen und zerstochen worden. Das wollten wir nicht und so schaukelte ich uns lieber da wieder raus, fuhr dann doch lieber rückwärts auf das kurvenreiche (Mmmmh!) Vogesensträßlein und schnell in die richtige Richtung, nämlich nach Niderviller. Wir haben leider vergessen, Fotos davon zu machen. Verzeihung!

 

WISSEMBOURG – ST. PIERRE – NIDERVILLER

Natürlich mussten wir wieder nach St. Pierre in diesen entzückenden Hofladen mit dieser entzückenden Käsetheke und den entzückenden älteren Damen und der, ja auch ganz okay entzückenden, jungen Dame. Es ist herrlich. Komm alle.

Ja und hier ist nun, hier in Niderviller irgendsowas wie Frühling an- oder ausgebrochen (je nach dem). Da ich immer diesen Filter benutzen muss (jedenfalls noch die nächsten 78 Monate, bis ich ihn satt habe) kann man das nicht sooo richtig erkennen, aber wir saßen bestimmt mal 25 Minuten draußen und die Sonne, sie hat geblendet. Außerdem angeln gerade ein paar Typen hinter uns (nicht im Bild), die vor kurzem mit ihrem Hausboot hier angelegt haben. Es muss also voll Rohr Frühling sein. Und nun sitzen wir also in Niderviller und die Frau von der Marina mit den Stellplätzen, ist sehr redselig und freundlich und wie immer, wenn man nicht in gerade Deutschland ist, sind die Leute ja eher unkompliziert. Das ist sehr, sehr schön von den Umständen. Hier grasen Charolais-Rinder und ich denke, wir sollten mal das Abendessen aus dem Schrank zupfen. Und Tee sollten wir kochen und fröhlich sollten wir sein. Und dann sind wir das auch.

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