Nach Südfrankreich – Schubladen. Denken.

 

Es zieht sich, wenn man Angst hat. Es zieht sich, gällt, es ist unfertig. Man wartet ab, bis es los geht, stellt es in Frage, stellt sich in Frage, stellt Thesen auf und wieder ab. Kann ich das Sieben-Meter-Monster mit Vernunft und Übersicht durch die Lande steuern. Kann ich ordentlich kuppeln, als jemand der seit Jahren Automatikgetriebe fährt? Fällt mir bei der Mautstelle der Schein aus der Hand und wird es dann wie bei Chevy Chase?

Kann ich einparken, um die Ecke fahren, kuppeln, knüppeln, rubbeln, kann ich das, kann ich dies? Und dann gehen die Lichter zuhause an, und wir fahren los.

Die Georgenborner runter, links am Friedhof vorbei, wo sie uns wieder hinterher starren, als seien wir Fremde. Die Frauensteiner. Lieblich rappelt das Monster auf die A66. Kein Zustandsbericht von Marion. Es ist Weihnachten. Nichts los, rumpelt über den Rhein Richtung Saarbrücken. Wir lassen viele Bedenken hinter uns. Raus aus dem Fenster, frische Luft rein, die Lungen pumpen, knistern. Wir haben Cola Zero und Rhönsprudel. Wir sind froh, dass wir das machen, was wir machen. Wir sind mit uns im Reinen. Kiki kwietscht vergnügt, wirkt Wolle, schaut Facebook, Instagram, Ravelry, Instagram (anderer Account), Blogs, Facebook, Instagram, aus dem Fenster, wirkt Wolle, Monster rumpelt. Chausson Flash 23 heißt das Monster mit Namen, wir nennen es Gordon. Glaube ich. Vielleicht auch nicht. Flash Gordon. Vielleicht doch. 23!

Wir haben Holzgabeln gekauft und Holzlöffel. Denken wir und da fällt es uns auch schon entgegen. Das sind so Sachen. Die erste Fahrt mit den fahrenden Betten. Sowas gehört dazu. Die Landschaft funkelt. Es regnet, dann blendet die Sonne wieder. In Narbonne sollen es am Silverstertag 19°C sein. Sonne mit einer Wolke davor. In Saint-Raphaël knacki Sonne, aber dafür nur 14°C. Was ist besser. Wir fahren auf den Parkplatz und räumen die Schublade wieder ein. Das geht ja jetzt einfach so, wie nix. Wir sind Camper. Grauenhaft einerseits, andererseits jedoch…

Wir kommen an. Also in Beaune, aber auch bei den Menschen. Sie sind alle nett von weitem. Camper grüßen uns. Wir grüßen auch. Wir sind aufgeregt. Fahren hier beim Mercure-Hotel auf einen Parkplatz mit Camperdingsbumms. Oh wie aufregend. Erstmal gegen die Spur. Die anderen Camper lächeln. Kennen sie vielleicht von damals. Sieht man uns das Anfängertum an? Gerne. Warum nicht. Wir sind das. Rückwärts jedoch wie ein Vollprofi in die Parklücke. Die Gegend ist, naja, sehr parkplatzesk halt. Aber erstmal dem Bernd Ringsdorf von der Der Bernd Ringsdorf Fernuniversität danken, dass wir uns das hier und auf diese Weise machen können. Und also nun unser erster Halt mit einem Wohnmobil. Was hab ich dem Helmo, dem Robby, den Leuten in Berlin, Wiesbaden, Mainz, Nieder-Olm, Sörgenloch, dem Max, der Noëlle, allen… die Ohren abgekaut. Wohnmobil… und wie das dann wäre und wie das dann bestimmt ist und wie ich dann überall hinfahre und von Wassertanken und Abwasser irgendwo rauslassen und den richtigen Stecker gekauft haben und nicht den anderen (HAHAHAH naja) und all das und dann kann man seine ganzen Devices gar nicht laden, weil, man hat ja gar kein Strom. Hätte man sich auch irgendwo hinstellen können, wo’s schöner ist. Naja. Muss man halt alles noch lernen. Was soll man machen. Muss man alles lernen. Immer und immer und immer und bis zum Schluss. Und Dankbarkeit.

 

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