NACH ELSASS – Robby Williams

Plötzlich waren wir in St. Pierre im Elsass, unweit von Barr.

FERME HAAG, LE MAGASIN

Fangen wir mal von hinten an: Ferme Haag, Le Magasin, 1 rue principale 67140 Saint-Pierre. Folgendes: (oben rechts) Les Dès d’Alsace, Kuhmilchkäse aus Beblenheim. (unten rechts) Mimolette Extra-Vieille, Kuhmilchkäse aus Isigny Sainte-Mére. (unten links) Blue Stilton AOP, Pasteurisierte Kuhmilch, Blauschimmelkäse aus Leicestershire (England). (kein Bild) Godminster Cheddar Bio, Kuhmilchkäse aus Somerset County, England. (oben, links) Hab ich vergessen, aber ich kann nicht mehr aufhören zu grinsen, so toll war dieser Käse. Und auch alles in und an diesem Laden. Der Verkäufer, so sagte man mir im Vorfeld, sähe aus wie Robby Williams. Naja. Robby Williams mit Bart und als Hipster. Sozusagen. So insgesamt ist der Elsaß was Wundervolles. Nicht weit weg von Wiesbaden und die Menschen sind wirklich toll. Mal abgesehen von dem Typ in dem geschmackvoll tiefer gelegten Maserati auf dem Parkplatz des Super U in Gertviller. Nichts gegen Gertviller. Aber kann es sein, dass es da seit ungefähr 6 Jahren am Stück regnet? Nur damals in der Provence, also gestern, war das nicht so. Der Regen ist ja aber draußen. Drinnen fragen wir uns, wann der Mensch eigentlich festgestellt hat, dass man bei der Kuh, dem Esel, den Zicklein unten an den Zipfeln ziehen muss und das, was da rauskommt kochen, trocknen und anschließend vergammeln lassen. Wann war das? Wer war der Erste? Das ist doch nicht wegzudiskutieren. Es ist kein Wunder, dass der Mensch denkt, er sei die Krone der Schöpfung. Kann ja sein. Ist ja auch egal. Muss er sich ja trotzdem nicht so aufführen und Maseratis tieferlegen und Kriege anzetteln. Ansonsten ist das ja alles ganz ok mit der Menschheit. Naja, noch so ein bis 76.055 Kritikpunkte hätte ich noch. Aber man will ja nicht kleinlich sein. Elsaß ist jedenfalls ein tolle Erfindung des Menschen. Oder war es doch Gott?

Avenue du Doctor Marcel Krieg, Barr.

Rue Taufflieb, Barr.

Rue Principale, Gertwiller

Ferme Haag – Le Magasin, Rue Principale, Saint-Pierre.

Rue de Nordhalten, Epfig.

Stellplatz, Kuhnle Tours, Rue de Lorraine, Niderviller.

SAINT-TROPEZ – SAINT-HONORÉ – RELAIS ROUTIER LA CASCADE MORNAS – AIRE CHAZEY SUR AIN LE RELAIS DES SAPINS CEIGNES – AIRE DE POULE DE BRESSE – AIR DE REPOS AUDELANGE – EPFING – SAINT-PIERRE – BARR – GERTVILLER – NIDERVILLER

Man meckert ja so viel. Über die Menschen, über das Wetter, das Essen, den Service. Naja. Ach naja. Jetzt also das, was vor dem Elsaß geschah. Und zwar Folgendes: In der Provence war alles knorke, das Wetter, das LICHT, die Leut’, das Essen. Also beschlossen wir, heimzufahren. Dahin, wo es regnet. Ja, so sind wir. Wir haben ja noch so viel zu tun. Und im Winter mit dem Wohnmobil, das kann man schon machen, aber nun war das und ist ja hier eine Ausprobierfahrt. Wir wollten mal sehen, was man noch so alles installieren und einplanen muss, damit es besser passt. Zum Beispiel bin ja ich ein 2 Meter großer Klops, für den kein Wohnmobil der Welt geschaffen wurde. Man muss also improvisieren und eventuell nachbessern. Dafür war das hier gut und ist das hier gut. Also fuhren wir heim und ich vermisse jetzt schon die Provence.

Eine Kleinigkeit, die wir auf alle Fälle nachbessern müssten, wäre also die Sache mit dem Anlasser, der gerne mal eine im Handel äußerst schwierig bis unmöglich zu beziehende Sicherung, nämlich die Hauptsicherung durchhaut, so dass alles, was das Fahrzeug betrifft, tot ist. Da kommst Du nicht mehr weg. Dann stehst Du da. Und als wir also so durch den Regen gondelten und irgendwie bei Bourg-en-Bresse einen Stellplatz mit Strom gefunden haben, für den wir ein bisschen abseits fahren mussten, nämlich mitten in den schönsten Schnee hinein, da fuhren wir erstmal bei Ceignes einen formidablen Rastplatz an. Und das nur, weil ich meine Brille hinten liegen habe lassen und ich die ja nicht einfach dann holen kann, weil, das ist ja alles ziemlich weitläufig im Chausson Flash 23 und man möchte auch nicht die geliebte Beifahrerin bitten, während der Fahrt durch das weitläufige Dings zu tapsen, weil, es kann ja alles mögliche passieren. Also hielten wir an. Also holte ich meine Brille und also wollten wir flugs wieder losfahren und dann… haute es die Sicherung durch. Das passierte uns schonmal und zwar direkt bei der Überführung vom Händler in Mülheim an der Ruhr nach Hause. Und natürlich, der Leser, die Leserin wird es erahnen, haben wir zwei Deppen keine Ersatzsicherung erworben. Naja. Hier, das ist zwar jetzt blöd, aber kein Problem, denn es gibt ja den ADAC. Ja, aber, sagte der deutsch sprechende Mann am ADAC-Telefon, Sie haben ja gar keine Auslandsabdeckung. Viel Glück. Auf Wiedersehen. “HAHAHAHAAHAHAAHAAHAHAHA!” sagten wir uns da. Das ist ja jetzt blöd. Aber unter der Sonnenblende steht ja noch die Nummer vom Fiat-Pannenservice, wo wir ja auch Mitglied sind mit unserem Fiat-Fuhrpark. Und da sagte der freundliche Mann am Telefon aber “Oha!” und dass wir ja auf einer Privat-Autobahn unterwegs wären und sie da nicht hinfahren dürften, das wäre halt so in Frankreich. Aber die Privat-Autobahnen hätten einen eigenen Pannenservice. Viel Glück. Auf Wiedersehen. Und dann lief die tapfere Beifahrerin also zur Tankstelle und frug nach einer Sicherung. Haben sie nicht. Dann lief sie nochmal zur Tankstelle und frug nach diesem Pannenservice. Wissen Sie nicht. Und dann lief sie also abermals zu dieser Tankstelle, und das alles im Schneetreiben, der von Regen nur so durchsetzt war und dann riefen die (sehr freundlichen) Menschen dort den Privat-Autobahn-Pannenservice, der auch prompt kam und sogar schon die Sicherung dabei hatte, was ja nun wirklich ganz schön toll ist. Und weil er wirklich auch nur eine, der im Handel nur sehr schwer zu beziehenden Sicherungen dabei hatte, bastelte er uns noch ein Notlösung, die kann man oben links auf dem Bild sehen. Das war sehr nett von dem Mann. Er verstand aber null Deutsch, Englisch und auch kein Italienisch, so radebrechten wir, wie nicht recht gescheit und der Mann sagte “Tschö mit ö” aber auf französisch und fuhr heim zu seiner Frau und seinen (sehr wahrscheinlich) 8 Kindern. Naja.

Und wir fuhren dann weiter. Bissi mulmig und aber auch, hey, wer sind wir denn, frohen Mutes Richtung Besançon. Und weil es aber nun schon nachts um halb zwei war, da stellten wir uns auf den Rastplatz Aire de Poulet de Bresse in den Schatten eines künstlerisch bearbeiteten sowie beleuchteten Bressehuhns und schliefen sofort ein. Warum man von den garstigen Dingen immer so viel und detailliert zu berichten weiß und über die schönen Dinge sich extrem einen abringt, um überhaupt was zu schreiben, das wissen dann eventuell auch nur die Götter und/oder Michel Houellebecq.

Und dann am nächsten Tag, es regnete zur Abwechslung mal so richtig, da sagten wir uns, fahren wir doch ins Elsaß und suchen uns da einen Platz und aber zuvor holen wir bei Der Bernd Ringsdorf Fernuniversität noch ein paar Tipps ein, wo wir so allgemein fündig werden könnten. Und da sind wir dann wieder am Anfang dieser Geschichte, da oben. Denn da ist alles gut. Und es regnet auch nicht. Der Regen lag zwar noch so rum, aber der Himmel war aufgebrochen und die Hoffnung war groß. Und am Ende des Tages haben wir uns in Niderviller nider gelassen und dort hat es Strom und wir haben Köstlichkeiten wie verrückt dabei. Vor allen Dingen diesen Käse von den freundlichen Menschen aus dem Ferme Haag, der sowas von unfassbar gut ist, dass mir jetzt schon wieder alles aus dem Munde tropft, was so insgesamt tropft, wenn man an gutes Essen denkt.

Heute ist Silvester. Heute fahren wir heim und dann feiern wir mit der Gräfin und den Kaninchen in 2018 hinein und das wird dann auch ein wundervolles Jahr.

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