Köln – Maastricht – Durbuy – Gréiwemaache

So! Wie fange ich an. Also die Frau war auf der Messe und da bin ich mit und dachte, sitzte doch einfach mal 2 Tage auf einem Wohnmobilstellplatz mitten in Köln rum. Immerhin wäre um mich herum noch ein Wohnmobil, worin ein Bett stünde. Das hat mich überzeugt.

So sind wir also anhand der Entschleunigungstechnologie Tempomat mit 80 km/h nach Köln gefahren und waren auch schon um 21:15 Uhr da. Es war da schon dunkel. Am nächsten Tag ging die Frau auf die Messe und ich saß rum. Nach einiger Zeit ging mir der Strom aus und ich stellte fest, dass man 1.) 50 Cent in Form einer 50 Cent-Münze in einen Schlitz werfen müsste um Strom zu erhalten und 2.) hatte ich nicht eine einzige 50 Cent-Münze. Und weit und breit keine Menschen, die ich mal fragen könnte, außer einer Frau, die aber ist weggelaufen, als ich mit einem 20 Euro-Schein winkend auf sie zu gehumpelt ist. Für alle die neu in diesem Blog sind, ich gehe aus verschiedenen guten Gründen an Krücken und sehe beim “gehen” eher wahrscheinlich bedrohlich aus, was aber auch noch lange kein Grund ist fortzulaufen, wenn ich mit einem 20 Euro-Schein winke. Ich lehne ein solches Verhalten ab. Zum Glück kam aber die Frau, die ich aus unterschiedlichen, zum Teil sehr guten Gründen, sehr liebe, in genau dem Augenblick mit einer Rolle 20 Cent-Münzen um die Ecke, als ich mir gerade ausmalte, wie ich “ein Buch” zur Hand nehmen müsste um darin zu lesen. Aber so weit ist es ja zum Glück nicht gekommen.

 

REISEMOBILHAFEN KÖLN

Am Samstag erlebte ich mehrere Abenteuer. Zum Beispiel belauschte ich den ca. 70 Jahre alten Wohnmobilisten zu meiner linken Hand, wie er beim ca. 70 Jahre alten Wohnmobilisten zu meiner rechten Hand an der Tür klopfte, um sich nach dessen Umgang mit seiner Wasserstandsanzeige zu informieren, da er herausbekommen hatte, dass er, der ca. 70 Jahre alte Wohnmobilist von der linken Seite unseres Wohnmobils, den selben Aufbau (also der Kasten, der auf dem Fahrzeug steht und das Haus des Wohnmobils bildet) hat, wie er. Es kam heraus, dass der (räumlich) linke Wohnmobilist einen Frischwassertank mit 220 Liter Fassungsvermögen hatte, während das arrogante Frischwasserarschloch von der rechten Seite einen 250 Liter fassenden Tank sein Eigen nennen durfte, was er auch reichlich blasiert, dem nun komplett gesellschaftlich unterlegenen 220 Liter-Schwächling, um die Ohren knallte. Zack! Das Problem bei der 220 Liter-Heulsuse war, dass sein Tank schon leer war, obwohl doch die Anzeige beim Tanken (gestern) auf ‘voll’ stand. Der 250 Liter-Krösus wusste, dass das ein Problem des Herstellers war, drum ließ er das Wasser einfach in den Tank laufen, bis er überlief. Ha! So ein Hasardeur, das hat gesessen. Da wusste der 220 Liter-Wurm nicht mehr viel zu sagen und tappte erniedrigt von dannen. Ich, ein 120 Liter-Untermensch der allerletzten Schublade, kochte mir indes fröhlich einen Kaffee und ließ den lieben Gott einen guten Mann sein.

 

NIEDERLANDE / MAASTRICHT / JUMBO

Noch am selben Abend fuhren wir nach Maastricht, wo wir den Jumbo-Supermarkt namens “Jumbo” in der Franciscus Romanusweg 2D in 6221 AE Maastricht aufsuchten. Wofür das AE steht, weiß ich nicht. Dort kauften wir Vla und komische Schokolade, weil mir jemand diese komische Schokolade empfohlen hat. Da habe ich jetzt schon 2x einen Tipp von dieser “Person” angenommen, nämlich das erste und das letzte Mal, dachte ich stinksauer. Der Supermarkt war super und wir fanden Holland, was ja eigentlich an dieser Stelle Limburg heißt, gar nicht mal so schlecht. Wir kommen wieder, ihr kleinen, niedlichen Limburger, die ihr ja leider an der kommenden WM nicht teilnehmt. LOL.

 

BELGIEN / DURBUY / LE VEDEUR

Wir fuhren also in nun in so eine Art Holland, nämlich nach Belgien. Belgien ist sehr belgisch. Irgendwie britisch. Irgendwie so, wie man sich Belgien vorstellt, wenn man “Asterix bei den Belgiern” liest. Irgendwie nicht ganz so flach und aber ein bisschen marode und schottisch. Nur nicht so hügelig. Eben wie man sich Belgien vorstellt, wenn man sich mal Belgien nicht wie Holland vorstellt. Die Reise hat sich gelohnt. Wir fuhren zunächst durch ein zappendusteres Belgien und erst die Straßenlaternen von Durbuy brachten etwas Licht ins Dunkel. Natürlich fanden wir auf Anhieb den Stellplatz. Nicht. Das hat ja Tradition. Ein Jüngling am Wegesrand jedoch wies uns den rechten Weg und so mäanderten wir durch das ultrapittoreske Durbuy in der Provinz Luxemburg, was ich jedem Belgienreisenden an Herz legen möchte, und schon nach wenigen Minuten, die uns auch wie Minuten vorkamen, fanden wir den Stellplatz. Es schien zu einfach zu sein.

Der Stellplatz war dann auch erste Sahne. Auf so einem schönen Stellplatz standen wir noch nie. Denn direkt vor der Schnauze des Wohnmobils floss das Flüsschen Ourthe vorbei und weil ich zunächst vergessen hatte die Handbremse zu betätigen, wären wir auch beinahe darinnen gelandet.

 

LUXEMBOURG / GRÉIWEMAACHE / MATCH COPAL

Am nächsten Tag stellten wir fest, dass man hätte Eis kaufen können, bei dem freundlichen Mann, dem der Stellplatz gehörte. Der freundliche Mann hat 16 Jahre in Köln gewohnt, weshalb er diese Sprache sprach, die auch ich spreche, also Kölsch. Wir hätten ihn noch fragen können, ob er sich nicht manchmal vorkommt, wie Tina Turner, aber da sind wir schon wieder Richtung dem richtigen Luxemburg, dem Staate Luxemburg, dem mit den vielen Tankstellen aufgebrochen. ier fuhren wir schnurstracks nach Gréiwemaache und besuchten dort den hiesigen Supermarkt “Match copal”. Auch hier war es sehr heiter und irgendwie war alles besser, als in Deutschland. Deutschland ist rotten. Danke Merkel! Nun muss man aber sagen, dass das nicht stimmt. Deutschland ist auch ganz nett. Ich wohne gerne hier. Würde aber auch gerne fast noch lieber in der Provence wohnen.

Aber nur wenn die Frau mitkommt.

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