FRAUENSTEIN/ORTSEINGANG SÜD

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Ob es ein Ortseingang oder -ausgang ist, wechselt ja mit der Perspektive. Morgens ist für uns das, was da lauschig am Fuße des Grorother Hofes liegt, der Ortsausgang (Dort wohnt übrigens auch Udo Ott („Das Glück hängt an der Rebe“) und sein Wein, den man wiederum auch und aber bittschön vor allen Dingen (Achtung Reklame!) im Hof Rosenköppel bei der wundervollen Katja Arnsteiner und ihrem Team kaufen kann. Das nur mal am Rande).

Auf jeden Fall ist der Ortsausgang die Basis aller Touren, will man nicht versonnen im eigenen Dörfchen im Kreise cruisen. Und dort wohnen jetzt wieder die Schafe. Und wie der Leser und/oder die Leserin erfSchafe-03ährt, sind die Schafe „wieder da“. Was uns sehr freut, denn Schafe sind immer gut. Nicht nur, dass man von ihnen stricken kann und sie hervorragend schmecken, Schafe sind auch ein Ruhepol, ein Wonnepropp, ein Flausch und wie Heimat für’s Auge. Hirte sein, erscheint mir oft als der erfüllendste Beruf der Welt. Na gut, ich weiß, da steht man im Regen, im Schnee, in der prallen Sonne und beim Überqueren der A45 (oder so) steigt der Adrenalinspiegel ins Unermesssliche. Schon klar. Ich bin ja kein Phantast (HAHAHAHA, ja, ich weiß…), aber is‘ doch so. Ich hab doch recht. Kann man doch nichts gegen sagen. Vielleicht ist es unangenehm, wenn eines oder gleich mehrere Lämmer, die man mit Umstand zusammen mit der Schafsmutter geboren hat, vom freundlichen Schlachter abgeholt wird. Wahrscheinlich ist das sehr unangenehm. Aber man muss sich nichts vormachen. Es würde die Schafe in unserer verkorksten Welt gar nicht geben, hätten sie nicht einen Nutzen. Sie wären wahrscheinlich 1437 ausgestorben. Sie taugen ja auch zu nichts. Man kann sie nicht vor den Pflug spannen, sie zu reiten erscheint mir auch als eher albern und sie bringen einem auch keine weggeworfene Stöckchen und legen diese hechelnd und mit erwartungsvollem Blick vor die Füße. Gut, okay, sie fressen Gras. Das ist natürlich großartig. Das muss man zugeben. Eventuell wünschen sie sich manchmal die Wiese bestünde aus Kartoffelchips oder Bratwurst. Immer nur Gras, denken sie vielleicht, das ist doch kein Leben. Aber sie wären eben halt auch keine Schafe, wenn sie Fleisch fräßen oder Kartoffelchips. Dann wäre sie Löwen oder… Ach, Du lieber Himmel… Menschen. Und hätte Kiki Haas dann diese wunderschönen Bilder geschossen? Hätte sie dann ihr Auto am Morgen des 6. Aprils 2016 geparkt und diese Bilder gemacht, wenn auf dieser Wiese Menschen stünden (während vielleicht die Eisenbahn, die sie allmorgendlich nach Frankfurt trägt, einfach ohne sie weggefahren wäre)? Menschen, die Kartoffelchips essen. Wer will denn sowas fotografieren? Also seien Sie froh, dass es Schafe sind. Schafe sind gut.