FUSSBALLSTADIEN DER WELT: DAS FUSSBALLSTADION VON SAUERTHAL

imageProlog:
Neulich sind wir vom Weg abgekommen, weil die Frau unbedingt die Sauerburg von der Nähe sehen wollte. Kurz vor Sauerthal erblickte sie die Sauerburg nämlich auf dem Bergkamm und war sofort begeistert von der Aussicht auf eine Aussicht von der Burg herab ins Tal, wo wir gerade standen. Wir fuhren also ein winziges Sträßlein entlang und hinauf. Doch als es endlich zur Burg ging, da wurde uns von einem Schild samt Schranke (mit Sprecheinrichtung) mitgeteilt, hier geht es nicht weiter. Fahren Sie einfach woanders hin. Später haben wir noch herausgefunden, dass man die Burg im Beisein des Verwalters zwar besichtigen und sogar kaufen kann, aber von beidem sahen wir ab.

Sonntag, 10. April 2016 / Frauenstein – Walluf – Rüdesheim – Kaub – Adolfstraße – Volkenbach – Fußballplatz Burgstraße 14 – Sauerthal – Ransel – Wollmerschied – Wispertal – Kammerburg – Geroldstein – Niedergladbach – Obergladbach – Hausen vor der Höhe – Bärstadt – Schlangenbad – Georgenborn – Frauenstein

Heute wollten wir mal was ganz verrücktes machen und so sind wir wieder Richtung Sauerburg gefahren, aber aus der anderen Richtung (Cruising on the edge), weil die Frau ein „vernünftiges“ Foto von der Sauerburg zu machen hoffte.

Und also fuhren wir den Rhein entlang bis nach Kaub, um dann dort in die Adolfstraße einzubiegen, die nach wenigen Metern so steil wird, wie die Kandahar-Abfahrt in Nepal und man fragt sich, wie die Menschen ohne Kettenfahrzeug oder Hubschrauber im Winter zur anliegenden Zahn- und Schönheitsklinik gelangen (und ich habe mich außerdem gefragt, was ich wohl dringender benötige: eine Zahnklinik oder eine Schönheitsklinik? Die Frage ließen wir offen).

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Wir gondelten also die schmalste Straße der Welt hinauf, schauten uns Schieferbrüche, Mischwald und hübsche Aussichten an, fuhren am Fuße der Sauerburg, die irgendwo da oben thronte, um den Berg herum und rollten auf der anderen Seite wieder hinunter. Kurz vor Sauerthal legten wir dann kurzentschlossen eine kleine Rast ein. Und zwar an einem der schönsten Fußballstadien der Welt, der wohl zugleich der weltkleinste Bolzplatz ist. Es gab selbstgewirkte Frikadellen, Brot, Tsaziki und Salz sowie abgestandenes Mineralwasser. Leider fand dort gerade kein Spiel statt, aber man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass hier der Bär tobt, wenn der 1. FC Sauerthal seine Heimspiele austrägt, denn der Fußballplatz verfügt nur über 1 Tor. Die Zuschauertribüne umfasst 1 Sitzbank. Das Gelände ist streng umzäumt. Hunde, Autos, Fahrräder, sogar Zelten sind allesamt verboten. Da hat man offenbar in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Vielleicht hat ja sogar ein Kind mal sein Fahrrad dort an den Zaun gelehnt. Menschen haben ja offenbar vor nichts mehr Respekt. Wir stopften eilig die selbstgewirkte Frikadellen in uns hinein und fuhren fort.

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Der Friedhof von Pontbren Llwyd/Wales.

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Dieses Foto war übrigens einzige, was wir zustande bekommen haben, denn der Pfalzgraf Ruprecht I. konstruierte die Burg im Jahre 1355 extra so, dass sie von nirgendwo aus „vernünftig“ fotografiert werden kann. Mit den bitteren Tränen der Frau salzte ich mir dann ein hart gekochtes Ei, bevor ich sie tröstete und wir weiterfuhren.

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Lost in Wollmerschied: In Wollmerschied machten wir endlich mal Fotos von Wollmerschied, was uns ja bislang nicht beschieden war.

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Endlich wieder in unserem geliebten Wispertal! An der Kammerburg angekommen, stiegen wir erstmal aus dem Fahrzeug aus und setzten uns der prallen Sonne aus. Hier nicht zu sehen, ist die Tafel linker Hand. Ihres Zeichens die #17 des Rheingauer Gebück Wanderwegs. Die Frau hat auch alles ganz aufmerksam gelesen und ist schon ganz aufgeregt, wann wir wohl endlich die ersten gebückten Bäume sehen und womöglich essen werden. Gebück… hihihi!